Das traurige Pony und seine Rettung

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Im Juli 2008 kauften wir für unsere damals sechsjährige Tochter Lorena einen Bardigiano-Pony-Wallach namens Lars. Während der ersten Wochen fiel mir auf, dass Lars oft den Kopf hängen liess und traurig wirkte – ganz so als würde er seiner ehemaligen Besitzerin oder einem „Pferdefreund“ im vorherigen Stall nachtrauern. Auch die Allgemeinsymptome, z.B. die Unverträglichkeit direkter Sonne und das starke Verlangen nach Salz deuteten auf ein bestimmtes homöopathisches Mittel hin. Im Herbst 2010 gab ich Lars das indizierte Mittel in hoher Potenz (XM=10’000). Wenige Tage nach Verabreichung des Mittels wirkte das Pony nicht mehr traurig und bekam einen sehr wachen Gesichtsausdruck – es hatte nun spürbare Freude am Leben! Als negative Nebenwirkung begann er nun jedoch hin und wieder zu bocken – sehr zum Leidwesen meiner Tochter. Da fragte ich meine Tierhomöopathiedozentin Christiane Krüger hoffnungsvoll, ob sie ihm ein Mittel geben könnte, das ihn wieder etwas sanfter macht, aber sie lachte und sagte: „Nein, jetzt ist er stark und vital, so wie es sein soll – und Ihr müsst Euch nun durchsetzen und ihn erziehen!“

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und Lars hat gelernt zu gehorchen und seiner Neigung zum Bocken (meistens) zu widerstehen, so dass er sich nun sogar als Voltige- und Therapiepony einsetzen lässt. Hierbei hat sowohl das Wanderreiten auf dem Jakobsweg als auch eine Tierkommunikation von Susanna Brühwiler geholfen.

Heute hilft bei Lars ein anderes homöopathisches Konstitutionsmittel. Das folgende Erlebnis schildert, wie das konstitutionelle Mittel auch im akuten Fall gut wirken kann. Als wir mit der Araberstute Rózsa und Lars auf dem Jakobsweg waren und uns unserem Ziel Finisterre näherten, erkrankte Lars an einer schweren Kolik, weil er über Nacht von jungem Farn gefressen hatte. Ich versuchte, ihm mit einem gemäss der Akutsymptome gewählten homöopathischen Mittel zu helfen, jedoch vergeblich. Ein Tierarzt war in der verlassenen Gegend weit und breit nicht zu finden und mein Vater, der uns begleitete – ein ehemaliger Chirurg – hatte das Pony bereits aufgegeben. Lars lag da mit den Fliegen bereits auf den Nüstern, die Augen geschlossen, stöhnend. Da packte ich ihn am Kopf, steckte ihm sein homöopathischen Konstitutionsmittel in der Potenz C30 ins Maul und sagte „und jetzt stehst Du einfach auf!“. Er schüttelte sich, stand auf , urinierte, kotete und begann zu grasen. Wir alle waren völlig platt und vielen uns um den Hals vor Glück. Lars erholte sich noch am selben Tag vollständig und hatte seither nie mehr eine Kolik. Das Erlebnis hatte einen weiteren positiven Effekt: mein „schulmedizinischer“ Vater glaubt seither ein bisschen an die Wirkung der Homöopathie.