Akuter Zustand nach Verletzung

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Eine Bekannte bat mich, nach ihrem Mann zu sehen, da er seit einer tiefen Verletzung an der rechten Hand starke Schmerzen hatte und seit 1-2 Tagen sehr schwach war. Als ich das Haus betrat fiel mir sofort der Holzofen auf, der voll angeheizt war und eine enorme Hitze ausstrahlte. Der Patient lag im Bett und war zu schwach, um sich aufzusetzen, seine Frau musste ihm dabei helfen. Zuerst zeigte er mir die tiefe Verletzung an der rechten Hand, die bereits 3 Wochen zurücklag – nahezu ohne Heilungstendenz. Seit einigen Stunden spüre er zudem hin und wieder starke Krämpfe im Arm. Ich riet ihm, sich sofort in das nächstgelegene Spital einliefern zu lassen, was der Patient jedoch ablehnte. Nun fragte ich gezielt nach, wo er sich im Moment am liebsten aufhalte. Er berichtete, dass er sich momentan am liebsten sehr nahe am geheizten Ofen aufhalte. Auf meine Frage, ob er starke Angst habe, antwortete er zuerst mit Nein, seine Frau korrigierte ihn jedoch und erzählte, dass er kurz zuvor gesagt habe: „Ich glaube ich sterbe heute noch“. Somit waren bereits 2 wichtige Symptome für die passende homöopathische Arznei vorhanden. Glücklicherweise konnte ich zudem noch ein weiteres auffallendes Symptom beobachten, da die Frau des Patienten zwei Schüsseln mit Wasser brachte: in der einen fast kochendes Wasser, in der anderen kaltes Wasser. Nun forderte sie ihren Mann auf, die Hand abwechselnd in die eine, dann in die andere Schüssel zu tauchen. Ich war erstaunt, dass er das aushielt und fragte ihn, welche der beiden Handbäder für ihn angenehmer sei und er sagte, dass seine brennenden Schmerzen durch das heisse Wasser gelindert werden. Ich war nun sicher, dass ich das passende Heilmittel gefunden hatte, wusste jedoch nicht, ob es in diesem hochakuten Fall schnell genug wirken würde. Daher wiederholte ich meine Aufforderung sofort ins Spital zu fahren, was jedoch nach wie vor hartnäckig abgelehnt wurde. Also gab ich dem Patienten das indizierte homöopathische Mittel und liess noch eine zweite Gabe des Mittels da, die er nehmen sollte, falls sich die Symptome nach der Besserung wieder verschlimmern würden. Morgens rief der Patient an und sagte, es gehe ihm sehr gut – er habe die zweite Gabe kurz nach Mitternacht aufgrund wieder stärker werdender Schmerzen nehmen müssen (Mitternacht ist die typische Verschlimmerungszeit dieses Arzneimittels) und nun sei er nicht mehr schwach und habe keine Krämpfe mehr. Am Abend des darauffolgenden Tages gab mir der Patient zur Begrüssung die Hand – ja DIE Hand, und die Wunde war bereits fast verheilt. Dieses wunderschöne Erlebnis wird mich in meiner homöopathischen Praxis prägen!